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Mittelmeerkrankheiten

Unsere ausländischen Vermittlungshunde werden ca. 4-6 Wochen nach Ankunft in Deutschland auf Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Dirofilariose und Hepatozoonose getestet.

Welpen werden erst ab einem Alter von 8 Monaten getestet, da vorher die Testergebnisse verfälscht sein können durch noch vorhandene Antikörper der Mutter.

Die Tests erfolgen erst in Deutschland, da eine Übertragung der Krankheiten praktisch bis zum Abflug möglich ist.

Auch wenn die Hunde negativ getestet sind, können diese Krankheiten später noch ausbrechen. Ein negatives Testergebnis ist leider keine Garantie dafür, dass Ihr Hund später nicht an Leishmaniose oder Ehrlichiose erkranken kann.

Die Leishmaniose kann eine Inkubationszeit bis zu mehreren Jahren haben.

Daher sollten Sie in regelmäßigem Abstand auch das Blutbild und die Organwerte von Leber und Niere ihres Hundes kontrollieren lassen, was eigentlich sowieso zur normalen Gesundheitsvorsorge gehört.

Falls Ihr Hund plötzliche Krankheitsanzeichen bekommt wie Mattigkeit, Gewichtsabnahme, Fressunlust, Fieber, Nasenbluten, Durchfall, Erbrechen, Blutarmut, Hautprobleme und Haarausfall usw. sollte auch immer erst mit an eine der Mittelmeerkrankheiten gedacht werden. Auch bei Welpen unter 8 Monaten müssten dann spezielle Bluttests erfolgen.

Bitte informieren Sie uns dann möglichst schnell über den Zustand Ihres Hundes. Wir beraten Sie in der weiteren Vorgehensweise und setzen uns auch gerne mit Ihrem Tierarzt in Verbindung.

Alle diese Mittelmeerkrankheiten lassen sich sehr gut mit Medikamenten behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dirofilaria und Babesiose sind vollständig heilbar. Auch Hunde mit Leishmaniose können mit einem relativ preiswerten Medikament ein ganz normales Leben führen mit einer guten Lebenserwartung.

Wir stehen Ihnen gerne IMMER mit unserem Wissen zur Seite! Fragen Sie uns!

 

LEISHMANIOSE

Leishmaniose ist eine ernst zunehmende Krankheit, die überall dort vorkommt, wo es den Überträger, die Sandmücke, gibt.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Formen der Leishmaniose : Die Hautleishmaniose, die Schleimhautleishmaniose und die innere Leishmaniose.

In Europa kommt nur die innere Leishmaniose vor, hervorgerufen durch den Erreger Leishmania infantum, von dem es wiederum von Land zu Land verschiedene Stämme gibt.

Leishmania infantum sind Parasiten, die sich in den weißen Blutkörperchen vermehren und die inneren Organe Leber, Niere und Milz schädigen.

 

 

Symptome

Anfangs unspezifische Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Trägheit, Appetitlosigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, schlechtes Allgemeinbefinden, Schwäche,

Milzvergrößerung, Lymphknotenschwellung

Später dann äußere Veränderungen : ausgefranste Ohren, verstärktes Krallenwachstum, schlecht heilende Hautekzeme, Haarausfall ohne Juckreiz , Brillenbildung, verkrustete Nase, verkümmerte Gesichtsmuskulatur , Augenentzündungen, trübe Augen bis hin zur Blindheit ,

Nasenbluten

Im späten Stadium stinken die Hunde regelrecht, was auf eine schwere Schädigung der inneren Organe deutet.

 

Diagnosemöglichkeiten

Antikörpernachweis per IFAT oder ELISA

Knochenmarks- und/oder Lymphknotenpunktat (mikroskopisch oder PCR)

Abstrich aus nässenden Hautekzemen

 

Keine dieser Untersuchungen gibt Aufschluss darüber, wie schwer erkrankt der Hund ist, deshalb empfiehlt es sich, vor Therapiewahl weitere Untersuchungen vorzunehmen : Gr. Screening, Blutbild und Eiweißelektrophorese , Symptome auflisten ,

Veränderungen im Blutbild: niedrige Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit,

niedrige Leukozyten oder hohe Leukozyten + hohe Lymphozyten

niedrige Thrombozyten

Veränderungen im Screening : Erhöhung Gesamteiweiß

Erhöhung Nieren- und/oder Leberwerte

Eiweißelektrophorese: niedriger Albumin/Globulin Quotient

polyklonale Hypergammaglobulinämie

 

Therapie

Die Therapiewahl richtet sich nach Herkunftsland und Schweregrad der Erkrankung.

In leichten Fällen kommen die meisten Hunde erstmal mit Allopurinol aus : 10-30mg/ KGW, verteilt auf 2-3 Gaben am Tag.

Bei griechischen Hunden hat sich die die Kombination Allopurinol + Levamisol (5mg/kg , 2xWoche über 4 Monate) als erfolgreich gezeigt.

Weitere Medikamente : Glucantime , Miltefusin, Oleyl-Pc, Amphotericin-B , Ketokonazol

 

Ansteckungsgefahr

Der Hauptüberträger ist die Sandmücke. Sie wurde mittlerweile auch in einigen Teilen Deutschlands entdeckt. Bisher ist aber noch unklar, ob die vorkommenden Arten Leishmaniose übertragen können.

Übertragung von der Mutter auf die Welpen über die Plazenta möglich

Theoretisch besteht die Möglichkeit sich an offenen Wunden im Wundsekret ! anzustecken.

Es gibt bisher noch keine nachgewiesenen Fälle. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, da die Leishmanien an der frischen Luft sofort absterben. Trotzdem sollte man bei der Behandlung von offenen Wunden die nötige Hygiene (z.B. Handschuhe) walten lassen.

Über Speichel(Hundebisse), Kot , Urin oder frisches Blut ist keine Ansteckung möglich.

 

Prognose

Ganz Wichtig: Keine Panik !! Leishmaniose ist kein Todesurteil .

Leishmaniose gilt zwar als nicht heilbar, früh erkannt sind die Hunde in der Regel aber gut stabil zu halten und können trotzdem ein hohes Alter erreichen .

Gesunde Ernährung , wenig Stress, Medikamentengaben gut abwägen, z.B. Cortison vermeiden , keine Impfungen (Kranke Hunde dürfen nicht geimpft werden, steht in jedem Beipackzettel), regelmäßige Blutbildkontrollen, 

Auch die Alternativmedizin, z.B. Homöopathie kann unterstützend helfen.

 

Links:

http://www.leishmaniose.de

www.leishmaniose-forum.de

http://www.parasitus.com 

http://www.synlab-vet.de/fileadmin/synlab-vet/pdf/Leishmaniose.pdf

http://www.laboklin.de/de/VetInfo/aktuell/lab_akt_0504.htm

 

 

EHRLICHOSE

 

Die Ehrlichiose ist eine Krankheit, die überall dort vorkommt, wo der Überträger, die Braune Hundezecke, heimisch ist. Der Erreger Ehrlichia canis befällt die weißen Blutkörperchen (Monozyten) und „reist“ mit ihnen ins Knochenmark , in die Leber und die Lymphknoten.

 

 

Symptome

Akutes Stadium: Fieberschübe bis 41°C, Lethargie, Anorexie, eitriger Nasen- und Augenausfluss, Krampfanfälle und Lähmungen der Hinterhand.

Subklinisches Stadium: mild , meist wird nichts bemerkt, Anämie, Gewichtsverlust und Blutungen

Chronisches Stadium: Mattigkeit, Fieber, Blutungen ,Blut in Urin oder Kot ,Nasenbluten, Niesen

 

 

Diagnosemöglichkeiten

Antikörpertest per IFAT : Ab dem 14. Tag erst nachweisbare Antikörper , bei akutem Verdacht empfiehlt sich daher eine PCR

Mikroskopischer Nachweis per Blut- Ausstrich

 

Auch hier gilt: Keine der Untersuchungen allein gibt Aufschluss darüber, wie schwer erkrankt der Hund ist , in welchem Stadium er sich befindet und/oder ob er behandelt werden muss.

Weitere Untersuchungen wie Blutbild und Screening in Verbindung mit Symptomen , sagen darüber mehr aus:

Veränderungen im Blutbild: Anämie, niedrige Leukozyten, niedrige Thrombozyten,

Veränderungen im Screening: Erhöhung Gesamteiweiß, Erhöhte Leberwerte( Bilirubin, AP, GPT)

 

Therapie

Doxycyclinhyclat (Ronaxan) 2xtägl 10mg/kg über 4-6 Wochen 

NICHT !! geeignet für Welpen unter 5 Monaten

 

Zusätzlich kann in schweren Fällen Carbesia gespritzt werden.

 

Ansteckungsgefahr

Ehrlichiose kommt auch beim Menschen vor.

Eine Direktübertragung von Hund zu Mensch oder von Hund zu Hund ist bei offenen Wunden theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

 

Prognose

Auch nach Behandlung gibt es keine 100%ige Sicherheit, dass die Ehrlichiose geheilt ist.

Es ist möglich, dass der Erreger sich im Knochenmark „versteckt“, vom Doxy nicht erreicht wird und später wieder auftritt.

Ebenso ist es möglich, dass der Hund sich selbst heilt.

Bei Symptomen sollte man also auch immer Ehrlichiose im Hinterkopf behalten.

Auch hier gilt: Das A und O ist ein gutes Immunsystem ! (s. Prognose Leishmaniose)

 

Links

http://www.windhunde-sind-jagdhunde.de/wsj-ehrlichose.pdf

http://www.synlab-vet.de/fileadmin/synlab-vet/pdf/Ehrlichiose.pdf

 

 

 

BABESIOSE

Babesien sind Parasiten , die die roten Blutkörperchen befallen.

Babesiose gibt es überall dort, wo die Übertrager, die Dermacentor-Zecke und die Braune Hundezecke, heimisch sind . Auch in Deutschland häufen sich die Fälle von Babesiose.

 

Symptome

Akutes Stadium: Fieber , Apathie, dunkler Urin, Appeitlosigkeit, Abmagerung, vergrösserte Milz, Leberschäden, Gelbsucht

Chronisches Stadium: Apathie, Schwäche, Abmagerung, Fieberschübe,

 

Diagnosemöglichkeiten

Antikörpernachweis per IFAT: Antikörper werden erst ca. 10 Tage nach Infektion gebildet.

Bei frischer Infektion daher meist noch negativ , da es bei akuter Babesiose aber schnell gehen muss , empfiehlt sich bei Verdacht eine PCR .

Blutbild und Screening : Anämie, Erhöhte Leberwerte (Bilirubin, LDH)

 

 

 

Therapie

Carbesia 0,25-0,5ml/10kg 2x im Abstand von 14 Tagen

Muss über Auslandsapotheke bestellt werden.

 

 

Prognose

Rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, vollständig heilbar.

 

Links

http://www.synlab-vet.de/fileadmin/synlab-vet/pdf/Babesiose.pdf

 

 

 

HEPATOZOONOSE

Die Hepatozoonose wird durch Zecken der Art Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) übertragen. Hier jedoch nicht durch den Stich, sondern durch das Verschlucken der gesamten Zecke. Im Darm angekommen, bohren sich die Hepatozoen durch die Darmwand und gelangen über den Blutkreislauf in Milz, Knochenmark, Leber, Nieren und Lymphknoten. Schließlich werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) befallen.

 

Symptome:

Die klinischen Symptome variieren sehr stark. Fieber, Blutarmut, Abmagerung, Lymphknotenschwellungen, Nasen und Augenausfluss, blutiger Durchfall, Muskelschwäche und steifer Gang

Epileptische Anfälle

 

Diagnosemöglichkeiten:

Blutausstrich

Muskelbiopsien : Nachweis von Zysten und bestimmten Parasitenstadien

Blutbild: meist unauffällig , Anämie, niedrige Thrombozyten, niedrige oder hohe Leukozyten

 

Therapie

Frühphase: Borgal  30mg/kg

Später: Tetratcyclinhydrochlorid : 3xtägl 22mg/kg

Carbesia 6mg/kg

Borgal: 30mg/kg

Doxycyclin(Ronaxan) : 2x10mg/kg , 3 Wochen

Baycox :1x 20mg/kg über 5 Tage

 

Bisher gibt es gute Erfolge von Doxycyclin in Verbindung mit Carbesia.

 

Prognose

Die Krankheit ist noch relativ neu und daher unerforscht.

Eine vollständige Heilung ist bisher nicht zu erwarten.

Einige Hunde erholen sich spontan, während andere verenden.

 

Links

http://www.synlab-vet.de/fileadmin/synlab-vet/pdf/Hepatozoonose.pdf   

 

 

 

FILARIA / HERZWURM

 

Filarien

Bisher sind 5 verschiedene Filarienarten in Europa bekannt.

Je nach Art parasitieren die Filarien in verschiedenen Körperteilen des Hundes.

 

Diagnosemöglichkeiten

Knott-Test : findet im Blut zirkulierende Mikrofilarien (Nachkommen) aller Filarienarten, allerdings ohne Artenbestimmung.

Sollte bei negativem Befund nach 6 Monaten wiederholt werden.

Zur Therapiewahl- und dauer sollte daher noch zusätzlich eine Filarienartenbestimmung gemacht werden.

Außerdem eine Dichtebestimmung, um einen genauen Behandlungsplan aufstellen zu können. Bei starkem Befall sollte man vorsichtiger behandeln, um Probleme zu vermeiden.

 

Herzwurm(Dirofilaria immitis)

Befällt Herz und Lungengefäße

Überträger: verschiedene Stechmückenarten, über Plazenta im Mutterleib

Symptome: wie bei Lungen- und Herzkrankheiten: Atemnot, Husten, Schwäche, Gewichtsverlust

Weitere Diagnosemöglichkeiten: Antigentest, Ultraschall, Röntgen ,

Therapie: Mikrofilarien : Stronghold oder Advocate über mehrere Monate, bzw. Jahre

       Makrofilarien: Immiticide, evtl. chirurgische Entfernung

Prognose: Immiticide Behandlung sehr risikoreich, aber erfolgreich .

 

Hautwurm (Dirofilaria repens)

Lebt unter der Haut

Überträger: Stechmücken, über Plazenta im Mutterleib

Symptome: juckende Hautprobleme, „wandernde“ Knoten,

Therapie: Mikrofilarien: Stronghold oder Advocate über mehrere Monate, bzw. Jahre

       Makrofilarien: Immiticde

Prognose: vollständig heilbar

 

Dipetalonema Acanthocheilonema reconditum

Lebt im Unterhautgewebe, in Körperhöhlen und der Niere

Überträger: Flöhe , Zecken

Symptome: Erhöhte Eosinophile , juckende Hautstellen , ansonsten harmlos

Therapie: Stronghold und Advocate über mehrere Monate

 

 

Cercopithifilaria grassii (nur Italien)

Lebt im Unterhautgewebe und Bauchhöhle

Überträger: Zecken

Symptome: löst keine Krankheit aus, wird als harmlos angesehen

Therapie: Stronghold, Advocate

 

Acanthocheilonema dracuncoloides (Spanien , Portugal)

Lebt in Peritonealhöhle

Überträger: Lausfliegen

Symptome: löst keine Krankheit aus, gilt als harmlos

Therapie: Stronghold, Advocate

 

Links

http://www.synlab-vet.de/fileadmin/synlab-vet/pdf/Filariose.pdf

http://www.parasitus.com/krankheiten/filarien/filarien.html