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Wie wir zu unserem Hundemädchen Lotta kamen...
erzählt von Brigitte Bauermeister
Als wir vor einigen Wochen unsere geliebte English-Cocker-Hündin Elsa mit nur zehn Jahren leider einschläfern lassen mussten, war uns klar, dass wir uns nie wieder einen Hund aus einer Zucht holen würden. Denn unsere Elsa war dermaßen überzüchtet, dass sie bereits mit hochgradiger beiderseitiger Hüftgelenksdysplasie (HD) geboren wurde. Diese Tatsache war uns natürlich vom Züchter verschwiegen worden, und erst nach Lähmungserscheinungen bereits noch im Welpenalter wurde diese Fehlbildung von unserer Tierärztin am Röntgenbild diagnostiziert...
Des Weiteren waren wir uns sicher – nachdem wir bereits vier Hunden ein wunderschönes Leben im großen Haus mit Garten, direkt am Wald gelegen, schenken konnten – dass für uns ein Alltag ohne Hund überhaupt nicht infrage kommt!
Doch dieses Mal wollten wir von vorn herein wissen, worauf wir uns einlassen – und vor allem unseriöse Züchter in ihrem kriminellen Tun nicht auch noch unterstützen!
Also surfte ich durchs Internet und war auch schon bald in den Sites der Tiernothilfen Spaniens und Griechenlands gelandet. Hier bewegten uns die vielen furchtbaren Schicksale der Hunde besonders und trieben uns vor Mitleid die Tränen in die Augen...
Als wir dann die hübsche English-Setter-Mix-Hündin auf den Welpen-Seiten vom Tierhilfe-Verein Chalkidiki-Griechenland sahen, waren wir beide gleich verliebt in diese süße Maus. Außerdem hat uns auch ihr Schicksal sehr berührt, denn sie ist zusammen mit noch zwei anderen Winz-Geschwistern und ihrer bildschönen English-Setter-Mutter von einer Tierschützerin vorm Überfahren auf einer sehr bewegten Straße bewahrt worden...
Nun ist unser Lottchen bereits 14 Tage bei uns, und wir können sie uns einfach gar nicht mehr wegdenken aus unserer Familie. Sie hat natürlich wie alle Welpen noch sehr viel Unsinn im Sinn, aber wir staunen täglich, wie unkompliziert und verständig sie bereits ist. Jeden Tag machen wir lange Waldspaziergänge mit ihr, und sie hört auf ihren Namen, kommt an, wenn man sie ruft und macht sogar schon Sitz und Platz. Sie weiß also schon, was „sich gehört“...
Auch mit unserem sehr dominanten Maine-Coon-Kater Fritz hat sie sich inzwischen schon (allerdings noch etwas distanziert) angefreundet. Und da Fritz nach wie vor der Chef der Familie ist, akzeptiert sie sogar seine „Vormachtstellung“. Nur wenn der Kater nicht aufgefressen hat, dann kommt doch schon mal der Fressneid durch – und seine Schüssel wird mit leer geputzt.
Zweimal waren wir sogar schon in der Hundeschule mit Lotta – und auch hier hat sie sich gleich ohne Probleme in das große Welpenrudel eingefunden. Obwohl sie erst vier Monate alt, aber bereits der größte Welpe ist, kann sie wunderbar sanft mit den kleineren umgehen. Nur manchmal geht eben ihr Temperament durch, und dann wird schon mal ein anderer aus Versehen mit umgerannt. Wenn allerdings ernsthafte Aggressionen untereinander auftreten, geht sie diesen lieber aus dem Weg, denn sie ist eben ein äußerst friedliebender Hund...
Sogar unsere langjährige Tierärztin aus der renommierten Tierklinik Berlin-Biesdorf, die eigentlich alle unsere Haustiere kennen gelernt hat, ist von Lotta total begeistert, und das nicht nur, weil sie ein so schöner und gesunder Welpe ist, sondern unser Lottchen hat sich nach der Untersuchung völlig relax auf den Untersuchungstisch mit dem Kopf zwischen den Vorderpfoten gelegt und wollte dort gleich ein kleines Nickerchen machen. Einen derart ausgeglichenen Welpen hätte sie noch nicht kennen gelernt, war ihre Meinung, und sie beneidet uns nun sehr um unseren neuen „Familienzuwachs“.
Vielleicht hat es das Schicksal ja letztendlich doch gut gemeint mit uns, denn wie eine Freundin neulich meinte: „ Eure geliebte Elsa musste ihr Plätzchen bei euch für eine andere arme Kreatur freimachen...“
Das hat uns sehr getröstet - und zum Schluss können wir nur aus heutiger Sicht feststellen: Wir haben mit unsrer Lotta einfach einen Traumhund mit einem Traumcharakter bekommen!
Hierfür möchten wir allen Mitarbeitern – aber vor allem Frau Krüger – vom Verein Tierhilfe-Griechenland ganz herzlich danken, dass uns diese Möglichkeit eröffnet wurde, erneut so einen wunderbaren Gefährten für viele Jahre an unserer Seite haben zu dürfen!
Berlin-Köpenick, den 26. Oktober 2008
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